Paar Details bringt uploadvr hoch über die John Carmack Befragung beim Prozeß. Scheint hoch her zu gehen. Geheimtreffen. Mac Book (mit Daten? Welche?). Zusammenhänge und Beweise für irgendwas erkenne ich bisher nicht. Schnarch.
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Interessanter ist da ein Bericht von arstechnica, wo John Carmack im Prozeß noch mal zusammenfasst was bisher geschah. In den letzten vier Absätzen.
Das Zenimax Anteile von Oculus wollte und nicht bekam, ist bekannt. Mir fällt noch ein das Carmack eine Zeit lang bei id und Oculus gleichzeitig gearbeitet hat.
Code umzuschreiben bzw. neuzuschreiben ist ein leichtes für Carmack. Viel Spass beim Code Vergleich …
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Zuckerberg erzählt über den Oculus Kauf, nennt Zahlen, spricht über VR. (shacknews, newyork times)
Zenimax beschuldigt John Carmack des Diebstahls von VR Tech als dieser noch bei id Software arbeitete. (shacknews, uploadvr)
Als Streitwert sind 2 Milliarden Dollar definiert, Mark Zuckerberg und John Carmack werden Aussagen, drei Wochen Dauer ist für die Gerichtsklage vorgesehen. Von einer außergerichtlichen Einigung ist bisher keine Spur.
VR im Mediamarkt
Übrigens VR ist im Mediamarkt seit gut zwei Wochen angekommen, in Form von Sony VR für Playstation 4 und HTC Vive für Steam. Von Oculus war keine Spur – was funny ist da Oculus ja eigentlich VR losgetreten hatte.
Im Mediamarkt hatte ich so ziemlich alle Probleme mit VR die es gibt: wirre Bedienführung in Software Menüs, Akku von den Eingabegeräten leer, nervige Kabel im Weg, bei VR Tennis aus Versehen den PC geschlagen, immer vergingen Minuten bis das Headset richtig sass und der Augenabstand zu den Linsen einigermassen korrekt war. Perfekt war das Handling wirklich nicht …
Auf neun Seiten gehts um die Historie der Quake Serie, Quake 1 bis Quake 4. Es bleibt einerseits oberflächlich, doch die Kernpunkte von Spielen und deren Entwicklung werden genannt. Die Zitate und Meinungen geben noch mal eine Prise Tiefe hin. Das eine oder andere war mir neu. Quake 1 und Quake 2 hat mich dann stärker interessiert. Eigentlich braucht jeder einzelne Quake Titel eine Cover-Story bzw. ein Extra-Sonder-Heft :)
Meine Überlegungen
– Romero sagt „wir dachten über Quake 1 als Esport Titel nach, entschieden uns aber das Anderen überlassen.“ // Also den Begriff Esport gab es damals nicht, das hiess Comp Play wenn überhaupt. Wer ist mit „den Anderen“ gemeint, Gegenwart oder Zukunft. Quake 1 Turniere sind aus heutiger Sicht die ersten Preisgeld-Esport-Turniere gewesen. Comp Play = ernsteres Spiel, Esport = Money. So ist meine Definition. Q1 wurde ja in geringem Maße „zum ersten Esport Spiel“. id lieferte damals Begriffe wie Deathmatch, Frag. Die Spieler haben weitere Begriffe eingeführt zum Spielverhalten und Taktiken. Spieler Thresh war da damals geistig sehr weit und hatte schon viel kapiert (Quake Bibel, Turniere). Video Interview, Thresh hatte sogar noch die Q3 Arena-Promotion Bustour 1999 besucht mit seiner Spielgang.
Die Geschichte Zenimax vs Carmack @ Oculus geht weiter. Mich interessiert zwar der Ausgang des Prozesses, aber diese Meldung ist irgendwie Murks, unkonkretes wird serviert. (polygon)
Interceptor hat eine 15-minütige Doku über PC Sidescroller gemacht. Zu Wort kommen die Macher von Jazz Jackrabbit, Dangerous Dave, Commander Keen, Alien Carnage, Halloween Harry, Abuse, Duke Nukem GBA. Tom Hall ist hier mal ernster zu sehen.
Das Ganze ist gut gemacht. Ist jetzt keine „komplette Videohistory von gametrailers“ mit hundertfachem Namedropping, das will es nicht sein.
Die Doku steht im Zusammenhang mit dem angekündigten Plattformer Rad Rogers von Interceptor. Das neue Spiel kommt im Video nicht vor. Finde ich sehr löblich die Doku als plumpe Promo nicht zu benutzen.
Ich will mal versuchen das Thema selbst aufzudröseln …
Die Spielautomaten aus den frühen 80ern (Asteroids, Pac-Man, Space Invaders) gaben dem Spieler 1 Playfield auf 1 Bildschirm aus. Donkey Kong hatte bereits unterschiedliche hintereinander folgende Level Bildschirme. Später kam Bildschirm Scrollen dazu bei Defender, Scramble, Xevious (Shoot Em Up-Klassiker). Ist man sich heute gar nicht mehr bewusst welche echte Evolutionen das damals waren.
Beim Spielautomat wurden die programmierten Spielfeatures stets auf ein Board verchipt. Hey Techniker, ich brauch ein Feature, wir müssen das aufs Board bringen wenns machbar und nicht zu teuer ist. 1 Spiel, 1 Platinen Board. Trotz Kosten, technischer Limitierung des Machbaren, Uneffizienz war das quasi Luxus pur. Es war nun mal in der Spielegeschichte ein Austoben und Ausloten was geht.
Atari Konsole und der C64 besassen automatische Kollisionsabfrage und Sprite Support (einfache Vergrösserung, Verdoppelung, Spiegelung von Sprites). NES muss das auch gekonnt haben, hab mich mit dem NES nie tiefer beschäftigt. Jedenfalls war das eine Errungenschaft für Entwickler.
Die Aufgabenstellungen am PC lautete, Sprite Darstellung und dann später Bildschirm Scrolling umsetzen wie in Super Mario Bros NES. Romero sagt in der Doku das jeder Pixel auf PC bewegt werden musste, ich glaube er meint damit das es diesen Inbuilt Hardware-Sprite Support auf PC nicht gab. Die Sprite Umgang musste erst umständlich programmiert werden. Der PC ist nicht als Spielemaschine aufgebrochen, verfügte jedoch über Performance Power. Hingegen waren die frühen Spielekonsolen optimiert, spezialisiert, mit Features bestückt für genau den Anwendungszweck Spielen. Damals hiess es der PC könne kein Bildscrolling wie in Super Mario Bros. Und hier kam Wizard John Carmack ins Spiel und setzte butterweiches Bildschirm Scrolling bei Commander Keen auf dem PC um. Der technische Beweis lag vor, nun wussten Progger das es geht und zogen nach.
GameInformer meldet das Zenimax die ursprüngliche Klageschrift von 2014 verändert hat. Es wird konkreter mit der Anschuldigung gegen John Carmack, Palmer Luckey, Oculus und deren VR Technologie. Die Geschichte brodelt bereits länger. Zenimax fährt hier ein dickes Brett auf.
John Carmack wird des Diebstahls von Code beschuldigt, den er nach id Abgang zu Oculus mitgenommen haben soll. Kopieren von Dokumenten und Mitnahme eines VR Tools wird ihm seitens Zenimax vorgeworfen. Ausserdem wird behauptet Palmer Luckey sei nicht der Erfinder von VR, er wäre technisch dafür gar nicht fähig und die VR Technologie stamme von Zenimax. Die Verletzung eines Non-Disclosure Agreement zwischen Zenimax und Luckey von Oculus wird festgestellt.
Was bisher geschah
Aus meiner Erinnerung. John hatte bei id Software 2-3 Jahre an VR gewerkelt. Wir erinnern uns, der versprochene Doom 3 BFG Support für VR kam nie. Zenimax wollte damals jedoch nicht tiefer in VR einsteigen, so ging es durch die Presse. John fuhr aber auf VR komplett ab und liess sich nicht beirren. John hatte einen Weile gleichzeitig bei id und Oculus gearbeitet, was bekannt war. John arbeitete dann schliesslich ganz für Oculus. John bestritt den Codeklau immer wieder kurz.
Kommentar
John hat sich öffentlich zum id Abgang und über seine Probleme mit Zenimax bisher noch nicht Luft verschafft. Sprich das grosse Freimach-Interview ist nie erschienen. Das kann für Zenimax nach hinten losgehen wenn sie John weiter sticheln.
Wie sehen die Verträge aus über Code den John Carmack bei id / Zenimax geschrieben hat?
Palmer Luckey hat VR ins Rollen gebracht und gehypt. Egal wie seine technische Kompetenz gelagert ist. Zenimax formuliert schon recht frech gegen Luckey – ob da nicht über das Ziel hinaus geschossen wurde.
John kennt sich aus mit Software Patenten und Lizenzen, hatte in der Vergangenheit öfters Code-Passagen aus seinen Engines entfernt oder umgeschrieben die Lizenz-Probleme verursachen konnten. Als Progger normal. John ist nicht blöd.
Weil Oculus inzwischen Facebook gehört spielt sich dieses Hin und Her nun plötzlich in einer ganz anderen Liga ab. Oberflächlich sieht es natürlich so aus, Facebook hat die dicke Kohle also ran an den Speck. Doch diese diese Motivation muss ja nicht zutreffen. So ganz klar ist mir nicht was Zenimax denn genau will. Monetarisierte Kompensation, Schuldeingeständnisse, Lizenzgedöhns, Erwähnung in den VR Geschichtsbüchern. Zwischen „der Wahrheit“ und dem rechtlichen Beweisen von Anschuldigungen gibt es einen Gap. Unterstellte Vorgänge zu beweisen wird nicht so einfach sein. Sind es ernst gemeinte Anschuldigungen oder wird nur laut auf den Topf getrommelt. Die Frage ist jetzt, wird sich doch noch aussergerichtlich geeinigt oder kommt es zum Gerichtsprozess. Ein Prozess würde über Jahre dauern. (Vorsicht Satire – am Ende kauft Facebook noch Zenimax)
John Carmack bekommt den BAFTA Fellowship Ehrenpreis verliehen von der British Academy of Film and Television Arts (wiki) für seine aussergewöhnlichen und herausragenden Leistungen im Bereich Videospiele. Vorher stand bereits fest das er den Preis erhalten würde. (awards.bafta)
In seiner Dankesrede, welche doch sehr kurz kam gemessen an seinen sonstigen Vorträgen :) , sagte er „Thank you very much for this honor, but I’m just getting started“. Er bezieht das auf die heutigen technischen Möglichkeiten an denen er weiterhin interessiert ist. John Carmack hat in der Vergangenheit immer wieder betont, er sei nicht sentimental und blicke nicht zurück, sondern lebe im Hier und Jetzt.
Lobhudelei, Dankesrede und Interview sind als Gesamtbeitrag auf youtube erhältlich.
Die British Academy of Film and Television Arts wird John Carmack den Ehrenpreis ( (Academy Fellowship) im April verleihen. Damit steht John Carmack in einer Reihe mit den Siegeren aus den Vorjahren Shigeru Miyamoto, Gabe Newell und Will Wright.