Teil 2 – Der Streit eskaliert (ist online zu sehen)
Im ersten Teil ging es um Gewalt in Videospielen was mir ja zu sprunghaft gewesen ist, zuviele Themen auf einmal wurden geöffnet.
Der zweite Teil ist nun konkreter geworden, im Zentrum stehen die schlimmen Amokläufe welche nun fürs Thema als Auslöser wirken. Über die Zeitleiste hinweg werden die Mitspieler und Motivationen in der deutschen K-Spieler Debatte erklärt. Die hetzenden Medien die einen Schuldigen gesucht hatten. Die Politik die mal wieder schnell reagieren wollte – Gaming ja sowieso nie verstanden hatte. Mittendrin die BPjM. Herr Pfeiffer der seine unwissenschaftliche Meinung verkündete. Und die Gamer die den Unsinn nicht mitmachen wollten und schnell erkannten das da eine Bullshit Hetzkampangne initiert wurde.
Was für eine schöne Überraschung! John Romero veröffentlicht mit „Phobos Mission Control“ E1M4b bereits seine zweite Doom Classic Map in diesem Jahr.
Wieder mal ist es ein Map Replacement geworden bzw. eine alternative Map für Doom 1 die sich in die erste Episode einbettet. Spielbar für die erweiterten Doom Ports ZDoom, GZDoom, PrBoom, Doomsday, Crispy Doom. Romero empfiehlt zum Spielen die ZDoom Port Familie.
Bereits im Januar hatte John die fullminate Map „Tech Gone Bad“ nach 21 Jahren Doom Abstinenz veröffentlicht und damit zeigen können „das der Meister zurück ist“. Die zweite Map ist noch mal eine Art Promotion für sein Kickstarter Projekt Blackroom und ein Warmwerden für sein neues FPS Spiel (quakehaus/romero).
Romero Zitate
„This is a warm-up for my new classic FPS.“
„Time for a surprise! This is the kind of classic FPS gameplay I’m promising.“
„Tom Hall originally created the framework for E1M4. It makes sense that if I was creating an entire E1 of just my work, this would be the level I would remake.“
„My reason for remaking this map is because the original DOOM e1m4 was mostly architected by Tom Hall. I would not have made the entire level the way it was shipped if I was the original architect. It’s a good level, of course, but not of my entire design. So this was a chance to see what I would create if I was going to make the 4th level in the first episode.“
„I created new DOOM maps because Doom Builder is such a great tool and the community is still very much alive and I figured they would appreciate it. I recently released old DOOM textures and the source code for DoomEd and people really liked it. So, a new level was a safe bet.“
Im Map Readme wird einiges klarer. Sogar ein kleiner Story Text liegt mit bei. Mapübersicht Bilder von Slade und Doombuilder 2.
Unter Win mit ZDoom / GZDoom zu starten folgendermassen: zip oder wad per Drag & Drop auf Client exe oder Verknüpfung ziehen. Doom 1 auswählen. Irgendeine Episode starten um den Schwierigkeitsgrad zu wählen. In Ingame Console eingeben ‚map e1m4‘.
Sowohl erste als auch zweite Romero Map sind für einen Limit-Removing Port gebaut. Source Port Einteilung ist grob: Original Doom (Vanilla) mit starken Einschränkungen aus heutiger Sicht gesehen. Boom Format mit erweiterten Features. ZDoom mit stark erweiterten Features. Es geht bei Format Features um Dinge für eine Map die unter der Haube liegen wie erhöhte Texturen- und Sektorengrösse, Scripte, mehr aufrufbare Action Events im Mapeditor, vereinfachte Tricks usw. Man mappt für ein bestimmtes Dateiformat welches bestimmte Eigenschaften mitbringt und das wird mit einem speziellen Startclienten (Port) gespielt. Romero zeigt das er neue Mapeditoren der Community verwendet und mag, zeigt das er neue Source Ports der Community mag. Das er stark erweiterte Format Features einsetzt sehe ich nicht. Er bleibt weiterhin minimal, benutzt keine Custom Textures oder besonderen Scripte. Ganz weit weg zu gehen von Vanilla Doom würde auch nicht zur historisch ersten Doom Episode passen.
Mit den alternativen Maps „Phobos Mission Control“ E1M4b und „Tech Gone Bad“ E1M8b stammen nun alle Maps der ersten Episode komplett von Romero himself. Siehe Romero Zitate.
Ersetzt wird die originale Map „Command Control“ von Tom Hall und John Romero (doomwiki/e1m4). Das grobe Leveldesign stammte von Tom Hall. Romero half damals mit das Level zu vollenden.
Die originale Map muss nicht vorher gespielt werden um die neue Map zu würdigen. Die Maps sind komplett verschieden. Ich erkenne überhaupt keine Übereinstimmung oder irgendwelche Mapzitate.
Phobos Mission Control liegt zwischen den Maps „Toxin Refinery“ und „Phobos Lab“. Der Marine muss auf Phobos an die Computer in „Phobos Mission Control“ ran, weil dort die Daten zur untersuchten Anomalie liegen.
Phobos Mission Control ist gut gelungen. Romero’s vorherige Map „Tech Gone Bad“ finde ich sogar noch besser. Für eine kleinere Map ist da ganz schön viel los. Ich habe die Map dreimal gespielt mit ZDoom und GZDoom. Auch wenn der Spieler hier viele Attacken überstehen muss, Tech Gone Bad ist schwerer gewesen durch mehr Enge und Nahkämpfe.
Die beiden neuen Romero Maps weisen Style Parallelen auf. Schwere Ambushes mit schwachen Monstern bedingt durch Episode 1, jeweils ein Spieler Startspawn mit mehreren Agiermöglichkeiten, grafisch die Cracks und Gruben was eine gewisse visuelle Aesthetik hat, viele Ebenen Fallen die hoch- und runter klappen, Lichtgefrickel, rundes Tech-Rohr-Gebilde. Romero weiss was Original Doom war und was Custom Doom ist, verbindet Alt mit Neu.
Romero verwendet die üblichen Texturen aus Episode 1. Grafisch zitiert er seine Cracks aus Tech Gone Bad um. Statt rot und dämonisch sind sie nun schleimgrün und eine Art tiefe Grube. Der Spieler hat immer wieder eine gute Sicht auf interessante Dinge und die Umwelt, was ich einen Designerblick nenne. Weite Sicht, durch irgendwas durchschauen, interessante Perspektiven bieten. Das fängt bereits beim Startspawn an, einfach irre was der Spieler sieht obwohl sich noch nicht mal viel bewegt hat.
Die Map spielt meistens Outdoor draussen. Freier Himmel, Gangways, viele Fahrstühle, Schleimflächen. Der Raum erweitert sich immer wieder, die Umwelt wird stets verändert. Blöcke im Raum verschwinden, Wände und Schotten fahren herunter – alles Monster Warteräume. Wenn das Exit erreicht ist sieht die Umwelt sehr viel anders aus als zu Mapstart. Geil gemacht. „Öffnen von Raum“ in einer Map ist natürlich nicht neu.
Der Spielerweg ist eher linear vorbestimmt doch die Map Progression empfand ich durchgängig als spannend. Der Weg führt herunter in den dunklen Computertech Raum, was mit ein Highlight für mich war.
Schlüssel werden ersetzt durch Bodenlinien Auslöser und Action Schalter. Auf dem Boden sind Level Abschnittszahlen erleuchtet. Was für ein Aufwand. Diese Detailliertheit wird an anderen Stellen ebenso sichtbar, bspw. im Startraum fährt eine kleine Wand herunter um einen Schalter freizulegen, der Schalter verschwindet dann nach Betätigung wieder. Oder eine Wand fährt herunter um die Tür zum ersten Secret begehbar zu machen, nach dem der Spieler eine unsichtbare Action Bodenlinie auf der Treppe nach oben überquert hat. Also Details die rein vom Gameplay her nicht nötig sind.
Die vielen Ambushes stehen im Mittelpunkt. Das macht deshalb Sinn weil vom Mapfortschritt es sich hier um den Doom Anfang mit Map 4 handelt. Romero kann also nur schwache Einstiegsmonster verwenden wenn er treu zur Episoden Progression bleiben will. Eine Monsterarten-Limitierung ist quasi vorgegeben. Härtere Monster wie Revenant, Mancubus, Baron kommen nicht zum Einsatz. Das wird nun ausgeglichen durch fordernde und vermehrte Attacken der schwächeren Monster mit Imp, Shootgunnern, Pinky und Spectre.
Der Spieler wird immer wieder attackiert, soll in Bewegung bleiben, sich nirgendwo in Sicherheit wägen. Romero bietet ein gutes Repertoire an Attacken an. Monster Closets öffnen im Nahbereich. Weit entfernte Monster Warteräume öffnen wenn der Spieler über unsichtbare Action Bodenlinien läuft. Die Monster streunen dann von weit her in Richtung Soundquelle, also dorthin wo der Spieler ballert. Nur ein einziges Mal kommt eine Teleporter Monster Attacke als etwas Besonderes im dunklen Computertech Raum vor.
Im dunklen Computertech Raum führt mich Romero auf die falsche Spur. Da ist diese Ebene in der Ecke gelegen wo blaue Ampullen zu sehen sind. Wie komme ich da hin? Ich hatte versucht von den hochfahrenden Podesten links und rechts gelegen, in Richtung der Ampullen Ebene „zu springen“. Springen heisst in Doom Anlauf nehmen und mit Fullspeed fallenlassen. Zur Ampullen Ebene gab es dann aber einen anderen Weg …
Alle sechs Secrets zu finden war nicht einfach. Die blaue Rüstung zu ergattern fand ich schwer.
In ein, zwei Situationen merke ich wieder das Romero Free Mouse favorisiert. Ich spiele mit Free Maus. Es geht auch ohne, dann ist nur der Frag umständlicher zu machen.
Die Schleimgruben haben spielerisch wenig Nutzen. Ausser das in sie hinein gefallen werden kann. Immer mit tödlichem Ausgang da es kein Entrinnen gibt. Da gefielen mir die Damage-erzeugenden Cracks in Romero’s erster Map hingegen besser, nämlich im Infight den Raum zu begrenzen. Bloss nicht drauftreten! Natürlich sehen die Schleimgruben schön aus.
Wahrscheinlich ein Gag: Im Multiplayer enthält der Schleimsee mit den vier Gruben am Boden jeweils den Rocketlauncher. Das hilft einem Spieler in der Grube steckend recht wenig :D
Fully Moddable, Run Dedicated Servers, Create Maps
New Soundtrack by acclaimed metal guitarist George Lynch
Ich kann die ganzen Eigenschaften vom Spiel nicht alle auflisten. Ein paar davon: SP & MP, Sci-Fi / Piratenschiffe / Burgen, Rocket-jumping, circle-strafing and “expert abstract level design”, alle Level von Romero, full modding and custom map support, Dedi Server usw.
700.000 Dollar als Kickstarter Ziel sind nicht wenig. Guter Pitch, Mister Romero :)
Update: Interview mit Romero (shacknews). Ein Kommentar auf 4players. Livestream Q & A (youtube).
Update 29. April: Kickstarter vorzeitig abgebrochen (eurogamer). Romero & Carmack wollen auf Community Rufe hören die eine Gameplay Demo sehen wollen, dann wieder ein Kickstarter machen.
Ein jetzt veröffentlichter Trailer zumindest deutet dies an.
Was bisher geschah. John Romero soll an einem PC Shooter arbeiten, welches er selbst öfters betonte. Da Romero ein waschechter Spieldesigner ist rechne ich jetzt nicht direkt mit einem Doom / Quake Look-alike. Romero hat Ideen für die nächsten Jahrhunderte übrig.
Eigentlich kann das Spiel noch nicht weit fortgeschritten sein, da Romero bei Veröffentlichung seiner neuen Doom Classic Map im Januar schrieb er würde sich „Warmachen“ für eine neue Aufgabe aka ein neues Spiel. Romero arbeitet andauernd an irgendwas, woher soll man wissen an was :)
Letzte Woche ging eine Fake Company Seite an den Start (hoxar-inc) die wahrscheinlich mit dem kommenden Spiel zu tun hat. Und nun die Andeutung Romero und Adrian Carmack kämen wieder zusammen. Am 25. April soll es Neuigkeiten geben auf der Seite nightworkgames.
Adrian Carmack war einer der vier id Software Gründer und nicht verwandt mit John Carmack. Adrian arbeitere als Grafik Artist also alles was inklusive Doom 3 rauskam trägt die Handschrift von ihm. Er verliess id Software im Jahr 2005, oder alternativ: wurde gefeuert. Nach dem Verlassen wollte er sich ganz der Kunst ganz Hingeben (Malen?). Mehrere Leute wollten im Anschluss für Business Kontakt mit ihm aufnehmen und scheiterten. Adrian lebte zurückgezogen. Für Interviews war eh nie zu gewinnen. 2014 wurde bekannt Adrian ist der Besitzer von „Heritage Golf & Spa Resort“ in Killenard, Ireland ist. Anscheinend packt es ihn nun doch wieder Games zu machen, cool :)
Im ZDF ist eine Doku Reihe gestartet über FPS und dem Thema Gewaltdarstellung. Der erste Teil der dreiteiligen Serie liegt nun vor. (Offizielle Info, spiegel/netzwelt, zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2658536/Killerspiele#/beitrag/video/2658536/Killerspiele)
Irgendwie hab ich nicht viel Lust mir das Thema mal wieder aufdrängen zu lassen. Kommt ja eh nie was Intelligentes am Ende bei rum. Ich befürchte Schlimmstes. Trotzdem bin ich mal lieb und ’spiele‘ mit :)
Print-Ausgabe 2/16 hat ein 20-seitiges Special gemacht anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von id. Mit den Themen Doom 4, id History, Doom Mods.
Enthalten ist ein zweiseitiges Din 1A Poster (Classic und Doom 4). Die DVD Version enthält beide Doom Classic Titel DRM-frei. Leider hab ich das Heft ohne DVD erwischt, Mist.
Der Doom 4 Artikel im Heft scheint noch exklusiv zu sein, online ist eine reine Fakten Auflistung daraus erhältlich.
Der Text von Heft- und Online Artikel sind identisch bei:
– id History-Artikel – Doom 1 2 3 Mod Auswahl
Zwei Webseiten. Ganz gute Auswahl. Mit Tipps und Videos. Klassiker sind dabei für Classic Doom wie Star Wars Doom, Aliens Mod, Requiem. Adventures of Square muss ich noch spielen. In Hell für Doom 3 wird empfohlen. Fragging Free und Desolated gehören da als Tipp noch rein :)
id History
Der Artikel dreht sich um die Geschichte von id Software. (pcgames). Der Text beginnt mit einem ‚Doom 4 Angespielt Video‘ welches mir gut gefallen hat als Überblick. Für solch einen Text finde ich das im Grossen und Ganzen ganz gut. Sind auch Dinge drin die mir wichtig sind (IOS Spiele, Strife wird genannt, Quake hilft beim ersten Machinima).
Paar Sachen sind vielleicht nicht so ganz richtig. Doom 2 kann eigentlich nicht de-indiziert sein, höchstens die BFG Version. Im Original sind doch die zwei Wolfenstein 3D Secret Level enthalten. Weiss nicht ob John Carmack „streitbar“ ist. Carmack’s Weggang ist schon was komplizierter gewesen als dort angegeben, wahrscheinlich gabs Streit mit Bethesda bzw. Richtungsdiskussionen. Wir wissen ja immer noch nichts genaues darüber. Weil John bisher kein „Ich sag wie es war“-Interview gegeben hat. Kann sein das solange er weiter in der Branche arbeitet (Oculus), er auch nicht darüber öffentlich sprechen wird. Rage HD ist mehr als „nett“, eher einer der besten Railshooter für Highscore Jagd zum damaligen Erscheinen. Auf Tim Willits hätte mehr eingegangen werden müssen, der Chef Designer von Doom 3 und Rage.
Doom 4
Neues aus dem Heft. Vorsicht Spoiler.
„Wer [in Doom] stehen bleibt, der stirbt“
„Wir haben einen Grossteil der Entwicklungszeit auf die Kämpfe verwendet“
„Wir wollen, dass das Spiel anspruchsvoll ist“
– Marty Stratton über Doom 4 –
Thema Bewegung: Mini-Jetpack für Spieler und ausweichen in der Luft, Sprungschanzen, hochziehen an Kanten, Doppelsprung, durch Portale laufen.
Thema Waffenupgrades: Plasmagun lähmt Gegner, Machinegun kann zum Geschützturm werden (achso, hatte ich im game informer Heft nicht verstanden), Rockets können im Flug detoniert werden.
Kampfanzug Upgrades, im Spiel sind Level einzeln anwählbar, es gibt Herausforderungen ala „erledige drei Gegner mit einem Schuss“, Autosaves / keine manuellen Speicherpunkte. Für Snapmap (ähnlich wie Neverwinter Nights Tools) erscheinen vielleicht noch komplexere Tools für Modder.
Ich fass‘ es nicht, Meister John Romero hat wirklich was gemappt. Die neue Map ist gelungen! Romero hat eine eine alternative Version von E1M8 für Doom 1 gebaut. (doomwiki)
„It’s been 21 years since I made a DOOM level. Here’s my version of E1M8 using Doom1.wad. […] It took me several hours over the last 2 weeks in my spare time. Lots of fun to make“. John Romero meldet weiter über twitter die neue Map „sei ein Warm-up“, womit er sein kommendes FPS Spiel meint.
“Whenever I start a new game, I usually warm up, so to speak, by creating levels in something I’m familiar with. That way, the focus is on the creation and not the tools. In this case, I decided to start out with Doom as the levels are relatively easy to create, especially with today’s modern tools. I used DoomBuilder, and it was just a total delight to use. I absolutely loved making a level using it.”
“As for the level, E1M8 was an obvious choice for me. Out of the shareware episode of Doom, E1M8, the boss level, was the only level I didn’t make. Sandy Petersen did an amazing job with the original one with the very memorable Barons of Hell right in your face at the end, of course.” Download >>>dropbox, doomworld <<< Bilder (doomworld, doomwadstation)
Mapübersicht in Slade und Doombuilder 2 Beschreibung (doomwiki)
Review (onemandoom)
Videos
– Romero spielt „Tech Gone Bad“ (quakehaus)
– Als Teaser ist ein Newsvideo gut, wer nur einen Blick reinwerfen möchte aber die Map noch spielen will (youtube) – Multiplayer Survival Session (youtube) – youtube ist bereits voll von Runs
Witzig
– Zwar spielbar im Browser, funktioniert nicht wirklich gut (archive.org)
Advanced engine needed: Limit-removing source ports
Primary purpose: Single Player, Co-op, Deathmatch
General Description: My Boss level replacement for e1m8…22 years later
Other files required: Doom1.wad or Doom.wad*
Editor(s) used: DooM Builder 2
Tested With: ZDoom 2.7.1, Crispy Doom
Eine Map aus den Doom Classics auszutauschen ist nicht ungewöhnlich, das haben Community Mapper immer wieder getan. Inzwischen ist es zu einem Standard geworden. Das hat insofern seinen Reiz, weil beide Dooms innerhalb des Spiels eine Progression an Themes und Strukturen repräsentieren. Das die neue Map anders ist als die Original Maps der ersten Episode fällt stark auf, wenn man noch mal die erste Episode durchspielt, mit Abschluss der neuen E1M8.
Das originale Level „Phobos Anomaly“ stammte von Sandy Peterson, enthielt einen Baron Bosskampf auf einer sehr seltsamen Map mit witzigem Ende (doomwiki). Die zwei Barons nannte id intern die „Bruiser Brothers“ (doomwiki). Sandys Map war noch relativ kurz, bot dafür einige Wow Effekte an wie das Pentagramm Podest und die aufklappende Treppe.
Tech Gone Bad
Der Focus der Map liegt auf dem Singleplayer, alles andere kann ich mir damit schwer vorstellen. Mit Licht und Schatten macht er einiges. Beim Texturen Einsatz (Detailing) ist er nicht auf der momentanen Höhe der Community. Die Station ist umringt von einem Schleimsee, das macht es epischer und grösser. Die Map ist durchzogen von dämonischen Erdspalten die Schaden machen. Der Spieler startet in der Mapmitte.
Nach so langer Zeit hätte ich eigentlich von ihm mit einer sehr trivialen Map gerechnet. Aber nene – die neue Map ist schon komplexer und besitzt so einige gute Ideen und Gags. Bereits beim Spielstart setzt er ein Statement in Sachen Schwierigkeitsgrad. Ein harter Hinterhalt erwartet den Spieler. Die Map ist überraschend schwer auf UV durch Enge, dicht gepackte Monster Räume, fiese Positionen und viele Hitscan Sergeants die dem Spieler einen vor den Latz knallen wollen, bisschen Teleporter Nachspawnen. Dazu kommt das es für den Nahbereich keine Super Shotgun in Doom 1 gab. Alles wird aber wieder ausgeglichen und balanciert durch genügend Ammo und Items. Ansonsten viele Schalter, viel Toxic Schleim und viele Fässer was den Theme der ersten Episode ausmacht. Ein Schalter neben dem später ein weiterer Schalter auftaucht (lol), Panik wo der nächste Schutzanzug ist, Plattform Lücken ohne Jump. Für mich fühlt sich die Map nach Doom Neuzeit an was ich gut finde.
Ist euch mal aufgefallen was im engen Startraum alles möglich ist? Vorwärts gehen, Zurück gehen, zur Seite gehen in den Nebenraum, den Schleimweg nach unten nehmen. Toll gemacht. Ich glaube Romero wollte Free Mouse, also nach oben & unten schauen. Einige Stellen deuten darauf hin, es geht aber auch ohne. An einer Stelle liegt erhöht ein Rucksack, ich dachte zuerst da komme ich niemals ohne Springen hin. 10 Secrets bietet die Map und ich würde gerne wissen wo die denn alle sind. Was auch schön kommt ist dieser visuelle Vorausblick, der Spieler schaut auf eine entfernte Stelle, gelangt viel später dort hin und blickt zurück. Sowas ist zwar normaler Wegfindung Standard in Spielen, doch in Doom kommt das durch verwinkeltes und nonlineares Mapdesign noch besser raus. Was der Spieler sieht, dort ist er noch längst nicht.
Romero’s Map ist nicht die Kategorie „grosse Innovation“. Neuheiten in Doom Classic zu bringen ist heute sehr schwer, weil der Output an Maps immer so hoch war. Fast alles war schon mal da. Die neue Map spielt sich gut und der Elemente Mix ist gelungen. Die Community schaut darauf „wie“ Meister Romero das macht, was ihm heute gefällt. Neu trifft auf Alt. Die Map beinhaltet jede Menge coole Sachen. Rostig ist der Meister nicht.
Map braucht ZDoom Clienten
Mindestens eine ZDoom Installation sollte jeder besitzen. ZDoom, GZDoom, Zandronum etc. Crispy Doom ist eine Chocolate Doom Variante, ich glaube das benutzt ebenfalls ZDoom Code. Ich wette die Map funktioniert auch mit Doomsday, weil Romero in der Vergangenheit für diesen Clienten schwärmte. Ich finde DD dagegen Banane weil er als moderner Client zu blöd ist abwärtskompatibel das ältere Boom Format richtig auszulesen.
Für Non Doom Regular Spieler finde ich den Map Austausch nicht so glücklich gewählt, besser wäre es gewesen sofort in der Map zu landen. Wenn ihr oberes Bild seht welches den Map Startpunkt zeigt dann seid ihr richtig. Unter Windows und mit ZDoom Varianten ist der Mapstart nicht schwer. Custom Wad per Drag n Drop mit der Maus auf die Client exe ziehen. Dann Doom 1 auswählen. Aktuelle Clienten besitzen alle eine Ingame Console. Zwei Wege, einfach in Doom irgendein ein neues Spiel starten und Schwierigkeitsgrad auswählen, dann in der Console eingeben ‚map e1m8‘. Parameter abhängig vom Clienten. Oder sofort zur Map springen und in der Console ‚Skill‘ eingeben und gewünschten Schwierigkeitsgrad wählen.
Nachbereitung, 22. Januar
Im doomworld Forum sagt jemand, die Map sei typisch Romero, 180 Grad Abbiegen, Wege Linksdrall. Ich fühle mich da nicht fit genug den „Doom Romero Style“ beschreiben zu können. Ich würde gerne sagen die Erdspalten sind neu, aber Fights neben und auf damaging Schleim- und Lavatümpel gabs schon immer. Ein Maptester sagt der Erdspalten Schaden wurde nach Testen herunter gesetzt. Ich weiss jetzt schon das die nächsten Custom Maps der Doomer harte Starträume und partielle Bodenschadensfelder haben werden. Als Romero Zitat :)
Ich würde noch ergänzen wollen das sich die Map dicht und herausfordernd anfühlt, und da schon ein Trial-and-Error Gefühl aufkommt. Erste Episode, Doom 1 und nicht Doom 2, ist irgendwie schade das härtere Monster nicht vorkommen. Auf der anderen Seite ist witzig das Romero es schafft es schwer zu machen mit den vielen Zombie Shotgunnern, die einzeln ja nicht so schwer sind. Was auch witzig ist, Spieler startet in der Basis, hat Blick auf Schleimtümpel, ist später im Tümpel, sieht das die Basis umringt ist von einem grösseren Schleimsee bzw. die Stationen stehen in einem Schleimsee, der See ist wiederum abgegrenzt durch Mauern. Immer diese Begrenzungen :) Beim zweiten Mal spielen machten die Schutzanzug Positionen für mich mehr Sinn. Vielleicht wäre eine Art Ruhephase in der Map gut gewesen.
Ich glaube selbst Kritiker der Map müssten noch zugeben das sie zumindest „noch gut“ ist. Die Map ist schwer trennbar von der Person Romero. Der Faktor „Map von John Romero“ ist nicht wegzudenken. Irgendwer meinte, wenn man nicht wüsste das sie von Romero stammt, wie wäre dann die Rezeption? Für zwei Wochen Arbeit an der Map und als „Warmup“ ist das spitze.
Mit dem Mapaustausch stammt somit die komplette erste Episode von Romero. Vielleicht noch mal erwähnenswert ist die Verwendung von Doombuilder 2, Romero hat somit einen neuen Community Mapeditor benutzt und nicht seinen alten Editor.
Wäre witzig wenn Romero mal eine Quake 1 Map machen würde.